SteriNext

Jede Operation in Deutschland ist auf aufbereitetes Sterilgut angewiesen:  Scheren, Wundhaken und unzählige weitere Instrumente durchlaufen dafür einen hochkomplexen Kreislauf aus Reinigung, Desinfektion, Prüfung, Verpackung und Sterilisation in der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP). Verzögerungen oder Qualitätsmängel in diesem Prozess gefährden nicht nur Patientinnen und Patienten durch nosokomiale Infektionen, sondern kosten Kliniken auch bares Geld: Jede verschobene OP-Minute schlägt mit über 60 Euro zu Buche. Während in anderen Klinikbereichen wie dem OP längst etablierte Benchmark-Lösungen existieren, fehlt AEMPs bislang ein Werkzeug, um die eigene Leistungsfähigkeit objektiv mit anderen Einrichtungen zu vergleichen und gezielt zu verbessern.

Vorgehen

Aufbauend auf einer Pilotstudie mit rund 50 teilnehmenden AEMPs und den Vorarbeiten am Lehrstuhl für Medizintechnik im AEMP-Benchmark-Projekt entwickelt das Team eine Online-Plattform, die Prozess-, Aufwands- und Leistungsdaten aus der Aufbereitung erfasst und wissenschaftlich fundiert auswertet und interpretiert. Kernstück ist ein bislang einzigartiges Modul zur automatisierten Berechnung der Kosten für die Aufbereitung einzelner Instrumentensiebe, eine Kennzahl, die bisher jede AEMP zeitaufwändig und uneinheitlich selbst ermitteln musste. Ergänzt wird das Angebot um Live-Dashboards, ein geplantes anonymes Meldesystem für sicherheitsrelevante Vorfälle (CIRS) sowie On-Demand-Leistungen wie Ergonomie-Analysen. Ein Beirat aus interessierten AEMPs begleitet die Entwicklung von Anfang an, damit die Lösung praxisnah bleibt.

Ziel

Als neutrale, herstellerunabhängige Instanz schafft SteriNext damit erstmals Transparenz und Vergleichbarkeit für einen ressourcen- und kostenintensiven Klinikbereich mit hoher Patientenrelevanz und leistet zugleich einen Beitrag zu Ressourcenschonung und Circular Economy im Gesundheitswesen. Ziel des zweijährigen Vorhabens ist die Ausgründung eines eigenständigen Unternehmens, das die Benchmark deutschlandweit Kliniken und Aufbereitungseinrichtungen zur Verfügung stellt.

Projektpartner

  • Mentoring durch Dr. Frank Portheine

Förderung

Kofinanziert von der Europäischen Union und dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Fördermaßnahme: EFRE/JTF-Programm Startup-Transfer.NRW

Förderkennzeichen: EFRE – 20801631

Laufzeit: 2026 - 2028

Publikationen

  • J. Heibeyn, A. Janß, F. Deinet, R. Stens & K. Radermacher: AEMP-Benchmarking in der Praxis: Ergebnisse der Aachener Pilotstudie. Zentralsterilisation, 2024, 32(5), pp. 242-248
  • J. Heibeyn, O. Jansen, K. Wiese, F. Deinet, M. Roitsch, R. Stens, A. Janß & K. Radermacher: Ableitung von Anforderungen an eine AEMP-Benchmark. Zentralsterilisation, 2022, 30(5), pp. 228–234
  • J. Heibeyn, O. Jansen, A. Janß & K. Radermacher: Erstellung eines Vergleichskriterien-Katalogs für AEMP-Prozesse. Zentralsterilisation Abstractheft 25. Fachkongress der Aufbereitung von Medizinprodukten, 30, 2022, pp. 36-37
  • J. Heibeyn, P. Gödde, P. Görtz, A. Janß & K. Radermacher: Ermittlung von Leistungsfaktoren im Rahmen der Instrumentenaufbereitung zur gezielten Workflowunterstützung. Zentralsterilisation Abstractheft 25 Jahre DGSV e.V. - 24. Fachkongress der Aufbereitung von Medizinprodukten, 29, 2021, pp. 7-9
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